Vom persönlichen Arztbesuch zur digitalen Sprechstunde?

Von 14. April 2021Agentur, Digital

Ende Februar 2021 erschien auf der Website der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Deutschland wird digitaler“ und spricht in diesem Zuge direkt davon, dass man es auf Grund der Corona-Pandemie „Zwangsdigitalisierung“ nennen könne1.

Trifft dies auch auf den Gesundheitsbereich zu? Ist Deutschland hinsichtlich der Kommunikation zwischen ÄrztInnen und PatientInnen digitaler geworden? Werden digitale Angebote stärker genutzt? Vor allem im Auge des Sturms, den wir alle seit über einem Jahr als Auswirkungen von Covid-19 erfahren? Eine Richtung aufzeigen kann der „D21 DIGITAL INDEX 2020/2021“2, der seit 2013 ein jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft präsentiert und auch einen Blick auf die Digitale Gesundheit wirft. Ist es so, dass auch der Gesundheitsbereich digitaler wird?

Damals und heute

Der D21 schaut zunächst zurück. In das Ergebnis der Studie aus dem Jahr 2018/19. Damals kam heraus, dass digitale Gesundheits­anwendungen (zu denen z. B. Schrittzähler, Apps zur Messung der Herzfrequenz, zählen) von nur 12 % der deutschen Bevölkerung genutzt wurden. Verschwindend gering mit nur 1% war die Nutzung der Telemedizin, d. h. medizinische Ferndiagnose oder -therapie durch ÄrztInnen. Dagegen zeigen die neuen Ergebnisse, dass sich bei der Verwendung von Gesundheits- oder Fitnessanwendungen etwas geändert hat: immerhin 1/3 der Befragten verwenden sie nun – ein Plus von 21%! Auch ist eine leicht gestiegene Offenheit, Videosprechstunden mit ÄrztInnen zu nutzen, zu erkennen (+ 8%).

Betrachtet man den Status der digitalen kommunikativen Entwicklung im Vergleich zu den Bereichen Arbeitswelt/Bildung ist hier jedoch noch Aufholbedarf. So zeigt der Report, dass sich, um hier eines der Beispiele zu nennen, das Arbeiten im Homeoffice im Vergleich zu „vor Corona“ verdoppelte. Also keine Spur von „Zwangsdigitialisierung“ in der Gesundheitswelt? Zumindest kaum bei Privatpersonen.

Fragen für die Zukunft könnten daher sein: Warum gehört gesundheitsbezogene digitale Kommunikationstechnologie noch nicht in den Alltag der Menschen in Deutschland? Was sind die Hürden und wie können sie abgebaut werde? Und: Wann ist der digitale Weg sinnvoll und wann nicht?

1„Deutschland wird digitaler“, Süddeutsche Zeitung, 24. Februar 2021 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/digitalisierung-d21-studie-1.5216518 (zuletzt aufgerufen am 29.03.2021)

2 Studiendaten stammen aus „D21 Digital Index 2020/2021 – jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft“, Initiative D21 e.V.,  https://initiatived21.de/ (zuletzt aufgerufen am 07.04.2021)

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Jasmin Eckert

Über die Autorin:

Jasmin Eckert ist Teil des Consultantteams von m:werk am Standort in Wiesbaden. Seit 2015 ist sie in der Gesundheits- und Pharma-Kommunikation tätig. Vor ihrem Wechsel auf Agenturseite war sie 5 Jahre auf Unternehmensseite eines Life Science Innovationszentrums im Marketing- und Veranstaltungsbereich aktiv und kam bereits dort eng mit Healthcare-Themen in Berührung. Ihr Bachelor-Studium der internationalen BWL (mit der Fachrichtung Eventmanagement) absolvierte sie in Heidelberg.

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m:werk Healthcare Communication ist als Healthcare- und Pharma-PR-Agentur seit 2000 für Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, der Medizintechnik und anderer Healthcare-relevanter Branchen tätig.

Fundament für Beratung und Maßnahmenentwicklung im Rahmen von Kommunikations- und PR-Konzepten ist die datenbasierte Methodik der empirischen Sozial- und Marktforschung. Sie wurde für kommunikative Fragestellungen in der Healthcare-PR, insbesondere des dort verorteten Marketings, adaptiert. Im Kern werden regelmäßig Facharzt- und Patientengruppen repräsentativ und detailliert über ihr aktuelles und vermutet künftiges Informations- und Kommunikationsverhalten befragt. So erhalten wir empirisch-gestützt eine aktuelle, valide, quantitative Daten-Grundlage für den zielgerichteten Budget-Einsatz und für eine präzise crossmediale Gewichtung im jeweiligen Facharzt- oder Patientensegment.

Weiter ergänzen wir diesen Daten-Pool durch qualitative Befragungen (Telefon und online) unter Meinungsbildnern, Klinikern und niedergelassenen Ärzten der verschiedenen Facharztgruppen bzw. Patienten bestimmter Indikationsbereiche.