Die Kraft der Sonne

Von 18. August 2021Agentur, Allgemein

Irgendwie haben wir sie nach dem reichlichen Regen schon fast vergessen: Unsere Sonne! Doch wenn sie mal scheint, dann nichts wie raus ins Licht! Das beflügelt, macht gute Laune und ist einfach schöner als eine graue Wolkendecke. Doch ganz ungeschützt sollten wir uns dem Einfluss unseres Sterns nicht aussetzen – denn neben sichtbarem Licht und spürbarer Wärme schickt er auch eine unsichtbare Bedrohung zu uns auf die Erde.

Die Gefahr aus dem Weltraum

Es mag überraschend kommen, aber tatsächlich ist so ein brennender Gigant aus Wasserstoff nicht ganz harmlos. Unsere Sonne schickt auch ultraviolette Strahlung auf die Erde, die UV-Strahlen. Je nach Wellenlänge heißen diese UV-A, UV-B oder UV-C. Um letztere müssen sich derzeit nur Astronautinnen und Astronauten Sorgen machen. Die Atmosphäre von Mutter Erde schützt uns vollständig vor diesen hochschädlichen Strahlen. UV-B-Strahlen gelangen nur auf die Erde, wenn die Sonne scheint. Eine einfache Wolkendecke und sogar Fensterglas hält sie ab. UV-A-Strahlen hingegen durchdringen sogar diese Barrieren.1

Energiegeladen

UV-Strahlung ist gebündelte Energie. Trifft sie auf etwas, dann lässt sie ihre Energie frei. Mitunter kommt es dabei zu Problemen. Trifft UV-Strahlung auf unsere DNA, das Erbgut in unseren Zellen, kann sie kleine Beulen in der DNA hervorrufen. Unsere Zellen müssen die Beulen dann reparieren. Dabei machen sie manchmal Fehler oder sind überfordert. Das kann die DNA verändern und zu Mutationen führen. Die richtigen – oder eher die falschen – Mutationen können aus einer harmlosen Hautzelle eine Krebszelle machen. Sind die Zellen überfordert vom Schaden, quittieren sie komplett den Dienst. Sie sterben ab – wir merken das als Sonnenbrand.2

Licht und Schatten

So trivial es ist, aber gegen diese Schäden haben wir mittlerweile einen guten Schutz, den es überall zu kaufen gibt: Sonnencreme. Sonnencreme enthält chemische und/oder physikalische Filter.Chemische Filter wandeln UV-Strahlen in Wärme um. Physikalische Filter sind weiße Nanopartikel, die die Strahlen reflektieren.4  Welchen man nimmt, das obliegt der persönlichen Präferenz – doch zumindest im Gesicht sollten wir diese Filter täglich auftragen. Vor allem wenn wir viel vor die Tür gehen, Auto fahren oder am Fenster sitzen. Das schützt auch vor Hautalterung und Faltenbildung, die durch die UV-Schäden ausgelöst werden.5

Aber ist Sonne nicht auch gesund?

Es stimmt, die Sonne vollständig meiden ist einerseits unmöglich und andererseits auch wieder ungesund. Wir bilden durch sie das wichtige Vitamin D. Sie hellt buchstäblich unsere Stimmung auf und hilft uns dabei morgens wach zu werden. Außerdem – das wusste auch Donald Trump – töten UV-Strahlen Krankheitserreger sehr gut ab. Das geschieht durch denselben Mechanismus, wie UV-Strahlen auch unsere Zellen schädigen, weswegen von einer internen UV-Behandlung abgesehen werden sollte.7  Um die Sache aber zu verkomplizieren, regeln UV-Strahlen direkt unsere Immunantwort herab. Wir sind also anfälliger für Erkrankungen.8

Ich ermahne dich, Ikarus, dich auf mittlerer Bahn zu halten

Also ist die Sonne bei der Bekämpfung von Erkrankungen nur bedingt hilfreich. UV-Strahlen können dennoch sinnvoll eingesetzt werden: Muffige Wäsche in der Sonne zu trocknen tötet zum Beispiel die Geruchsverursachenden Mikroorganismen ab. Therapeutisch können UV-Strahlen bei überschießenden Immunreaktionen in der Haut helfen, beispielsweise Psoriasis.

Doch in den meisten Fällen gilt: Wer zu nah an die Sonne fliegt, der kann sich leicht verbrennen.

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Unverbindliche Anfrage

1 National Aeronautics and Space Administration, Science Mission Directorate. (2010). Ultraviolet Waves. Online unter: https://science.nasa.gov/ems/10_ultravioletwaves. Letzter Zugriff 29.7.2021.

2 Mullenders LHF . Solar UV damage to cellular DNA: from mechanisms to biological effects. Photochem Photobiol Sci. 2018 Dec 5;17(12):1842-1852. doi: 10.1039/c8pp00182k. PMID: 30065996.

3 Yap FH, Chua HC, Tait CP. Active sunscreen ingredients in Australia. Australas J Dermatol. 2017 Nov;58(4):e160-e170. doi: 10.1111/ajd.12597. Epub 2017 Mar 10. PMID: 28295176.

4 Serpone N. et al. Inorganic and organic UV filters: Their role and efficacy in sunscreens and suncare products. Inorganica Chimica Acta, 2007, 360, 794–802

5 Krutmann J, Schalka S, Watson REB, Wei L, Morita A. Daily photoprotection to prevent photoaging. Photodermatol Photoimmunol Photomed. 2021 Apr 25. doi: 10.1111/phpp.12688. Epub ahead of print. PMID: 33896049.

6 Holick MF. Sunlight, UV Radiation, Vitamin D, and Skin Cancer: How Much Sunlight Do We Need? Adv Exp Med Biol. 2020;1268:19-36. doi: 10.1007/978-3-030-46227-7_2. PMID: 32918212.

7 Yin R, Dai T, Avci P, et al. Light based anti-infectives: ultraviolet C irradiation, photodynamic therapy, blue light, and beyond. Curr Opin Pharmacol. 2013;13(5):731-762. doi:10.1016/j.coph.2013.08.009

8 Christensen L, Suggs A, Baron E. Ultraviolet Photobiology in Dermatology. Adv Exp Med Biol. 2017;996:89-104. doi: 10.1007/978-3-319-56017-5_8. PMID: 29124693.

9 Singer S, Berneburg M. Phototherapie. J Dtsch Dermatol Ges. 2018 Sep;16(9):1120-1131. doi: 10.1111/ddg.13646_g. PMID: 30179327.

Dr. Anna Müllner

Über die Autorin:

Dr. Anna Müllner ist Medical Consultant bei m:werk. Nach Ihrer Doktorarbeit im Bereich Alterung und DNA-Schaden hat sie in die Healthcare Communication gewechselt. Neben typischer Fachpressearbeit gehören Medical Education und digitale Maßnahmen zu ihren Aufgaben. Nebenbei hat sie noch ein persönliches Wissenschaftsblog und einen Podcast.

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