Neue m:cognito®-Facharztbefragung mit APIs: Kommunikative Konservative?

By 18. Dezember 2019Allgemein, Data-based

Die APIs (Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten) stellen eine wichtige und die größte deutsche Arztgruppe dar. Grund für uns, das Informations- und Mediennutzungsverhalten der APIs mit m:cognito®1 nach gut zwei Jahren erneut unter die Lupe zu nehmen. Anders als bei unserer Facharztbefragung Anfang 2017, haben in diesem Jahr sowohl niedergelassene (ndgl.) als auch klinisch tätige APIs an unserer Befragung2 teilgenommen. Ein paar Auszüge stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Ein Blick in die Demographie – Wer ist der API?

Es gibt in Deutschland ca. 45.800 Allgemeinmediziner und Praktiker sowie etwa 83.800 Internisten, wobei unter den Allgemeinmedizinern und Praktikern 98% niedergelassen tätig sind. Bei den Internisten ist der Anteil erheblich niedriger (36%).3 Anders als es sich bspw. im Rahmen unserer letzten Kardiologen- sowie Urologen-Umfrage zeigte, fällt auf: Das Feld der APIs ist hinsichtlich der Geschlechter-Aufteilung wesentlich heterogener – 63,3% sind Männer, 36,7% Frauen. Zum Vergleich: Unter den Kardiologen waren 93,3% männlich, unter den Urologen 86,7%. Etwas über die Hälfte der Befragten gab an älter als 45 Jahre zu sein, davon niedergelassen tätig: 73,3%. Der Altersdurchschnitt über alle Befragten hinweg liegt bei 48,2 Jahren.

Die drei Säulen der Kommunikation – Gibt es Schnittstellen zwischen Klinik und Praxis?

Vorneweg: Beim API ist der richtige Mix aus Print, Online und persönlichem Kontakt entscheidend. Der persönliche Kontakt durch den Außendienst (AD) rangiert beim API, wie bspw. auch bei den Urologen und Pneumologen, auf Platz 1 (regelmäßige Nutzung: 86,5%). Wenig überraschend ist hierbei, dass Niedergelassene etwas häufiger im Austausch mit diesem stehen (93%) als Kliniker (Klin.; 80%). Ein Vergleich mit unserer Umfrage unter niedergelassenen APIs aus 2017 zeigt, dass der AD ein wenig an Bedeutung verloren hat (2017: 93%). Die klinisch tätigen Ärzte sind dafür deutlich häufiger auf medizinischen Kongressen aktiv als ihre niedergelassenen Kollegen: 87% vs. 47%. Regionale Fortbildungen stehen mit 80% bei beiden Gruppen ebenfalls hoch im Kurs. Der Weg über die gedruckte Fachzeitschrift kann für die APIs als weiteres „Mittel der Wahl“ bezeichnet werden. 80% der befragten Ärzte lesen diese regelmäßig. Medizinische Online-Portale machen die eingangs erwähnte Trias komplett. Mehr als zwei Drittel der APIs nutzen diese regelmäßig (Klin.: 87% vs. Ndgl.: 53%). Auffällig: 2017 waren es noch 36% der niedergelassenen Ärzte, die angaben, Online-Portale regelmäßig zu nutzen.

Die Fachzeitschrift im Detail – Wohin geht die Reise?

Wir wissen nun, dass an der gedruckten Fachzeitschrift kein Weg vorbeigeht. Das regelmäßige Lesen der Onlineausgabe steht allerdings noch nicht im Fokus. Thematisch zeigen beide Gruppen das stärkste Interesse für Beiträge mit starkem Praxisbezug: Studienergebnisse (53%), Therapieoptionen (43,5%) und Patientenfälle (36,5%). Deutliche Unterschiede sind u.a. erkennbar, wenn es um Artikel zu Abrechnungsfragen und Gesundheitspolitik geht – diese werden ausschließlich von Niedergelassenen regelmäßig gelesen. Unangefochten auf Platz 1 im Übrigen: Das Deutsche Ärzteblatt, 2017 wie 2019

Die Online-Welt im Visier – Hot or not?

Etwa zwei Drittel der APIs nutzen regelmäßig das Internet, um sich Informationen zu verschaffen. Unter den niedergelassenen Ärzten waren es 2017 noch 60%, heute bereits 73%. In Bezug auf Social Media zeigt sich: Sie sind (noch) nicht deren ständige Begleiter im beruflichen Alltag. Lediglich 13,5% der Befragten greifen regelmäßig zu YouTube, Facebook und Co. Mobile Apps nutzt immerhin schon etwa die Hälfte der APIs beruflich. Im Vergleich mit 2017 sticht ins Auge: Heute nutzen etwa doppelt so viele Niedergelassene mobile Apps als noch vor knapp 3 Jahren.

1 vgl. http://www.m-cognito.de
2 Basis der Befragung ist eine Zufallsstichprobe innerhalb der Grundgesamtheit der jeweiligen Zielgruppe, welches die Repräsentativität der Befragung gewährleistet. Als Durchführungsmethode wurden telefonische Interviews gewählt.
3 vgl. Schwarzeck Adressen-Statistik Q4/2019, Schwarzeck-Verlag.

Wenn Sie mehr über m:cognito erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne jederzeit an.

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Über die Autorin:

Nadja Schatz ist Consultant bei m:werk in Berlin. Sie betreut Kunden in den Bereichen Rx und OTC – sowohl im Rahmen von Fach- als auch Patientenkampagnen. Als Strategic Planner ist sie außerdem mitverantwortlich für den datenbasierten Schwerpunkt der Agentur. Vor ihrer Zeit bei m:werk studierte sie Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig. Das Interesse für gesundheitliche Themen wurde durch ihre Familie bereits im Kindesalter geweckt.

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m:werk Healthcare Communication ist als Healthcare- und Pharma-PR-Agentur seit 2000 für Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, der Medizintechnik und anderer Healthcare-relevanter Branchen tätig.

Fundament für Beratung und Maßnahmenentwicklung im Rahmen von Kommunikations- und PR-Konzepten ist die datenbasierte Methodik der empirischen Sozial- und Marktforschung. Sie wurde für kommunikative Fragestellungen in der Healthcare-PR, insbesondere des dort verorteten Marketings, adaptiert. Im Kern werden regelmäßig Facharzt- und Patientengruppen repräsentativ und detailliert über ihr aktuelles und vermutet künftiges Informations- und Kommunikationsverhalten befragt. So erhalten wir empirisch-gestützt eine aktuelle, valide, quantitative Daten-Grundlage für den zielgerichteten Budget-Einsatz und für eine präzise crossmediale Gewichtung im jeweiligen Facharzt- oder Patientensegment.

Weiter ergänzen wir diesen Daten-Pool durch qualitative Befragungen (Telefon und online) unter Meinungsbildnern, Klinikern und niedergelassenen Ärzten der verschiedenen Facharztgruppen bzw. Patienten bestimmter Indikationsbereiche.